Google Unternehmensprofil für Handwerker: Schritt für Schritt

Ein Google Unternehmensprofil erstellen dauert eine halbe Stunde, und danach findet man deinen Betrieb in Google Maps. Diese Anleitung zeigt in acht Schritten, worauf es bei Handwerkern ankommt: Einzugsgebiet ohne Ladenlokal, die Bestätigung per Video und Bewertungen, die du dir sauber holst.

Tim Tonat10 Min. LesezeitStand 2. Oktober 2026

Bevor du anfängst: Was du bereitlegen solltest

Wer ein Google Unternehmensprofil erstellen will, braucht dafür eine halbe Stunde und ein paar Dinge, die man besser vorher zusammensucht als mittendrin. Sonst bleibt das Profil halb fertig liegen, und ein halb fertiges Profil ist schlechter als ein vollständiges, das eine Woche später online geht.

  • Ein Google-Konto, am besten eines, das zum Betrieb gehört und nicht zum privaten Postfach deiner Tochter. Wenn mehrere Leute das Profil pflegen sollen, lädst du sie später als Verwalter ein.
  • Den genauen Firmennamen, so wie er auf Briefkopf, Fahrzeug und Rechnung steht.
  • Telefonnummer und Website. Hast du noch keine Seite, geht es auch ohne. Mit Website wirkt das Profil aber vollständiger, und Google kann die Angaben abgleichen.
  • Eine Liste deiner Leistungen in der Sprache deiner Kunden: „Bad sanieren“ statt „Sanitärinstallation gem. VOB“.
  • Zehn bis zwanzig eigene Fotos: Fahrzeug mit Beschriftung, Werkstatt oder Lager, du und dein Team, fertige Arbeiten. Keine Stockfotos.

Gibt es dich vielleicht schon?

Such zuerst bei Google Maps nach deinem Firmennamen. Oft hat Google einen Eintrag aus Branchenverzeichnissen oder Kundenhinweisen selbst angelegt. Dann legst du kein zweites Profil an, sondern beanspruchst das vorhandene über „Inhaber dieses Unternehmens?“. Doppelte Einträge verwirren Kunden und Google gleichermaßen.

Schritt 1 bis 3: Name, Kategorie und Einzugsgebiet

Schritt 1: Profil anlegen und den Namen richtig schreiben

Du startest auf google.com/business mit „Jetzt verwalten“ und gibst den Namen deines Betriebs ein. Hier passiert der häufigste Fehler: „Malerbetrieb Schmitz Köln Fassade Innenputz günstig“. Google erlaubt im Namen keine Zusätze wie Werbesprüche, Telefonnummern, Öffnungszeiten oder Ortsangaben, die nicht zum echten Namen gehören. So steht es in den Richtlinien für Unternehmensprofile. Wer dagegen verstößt, riskiert, dass das Profil gesperrt wird. Und das passiert gern dann, wenn ein Mitbewerber den Eintrag meldet.

Heißt dein Betrieb tatsächlich „Maler Schmitz GmbH“, dann ist genau das der Name. Mehr nicht.

Schritt 2: Die Hauptkategorie bewusst wählen

Die Hauptkategorie ist die wichtigste Einzelangabe im ganzen Profil. Sie sagt Google, bei welchen Suchen du überhaupt in Frage kommst. Google empfiehlt, so wenige Kategorien wie möglich zu wählen, und zwar solche, die beschreiben, was dein Betrieb ist, nicht was er nebenbei hat oder kann.

  • Hauptkategorie: das, womit du den größten Teil deines Umsatzes machst, also „Maler“, „Elektriker“ oder „Dachdecker“.
  • Weitere Kategorien: nur, wenn sie ein eigenes Standbein sind. Ein Sanitärbetrieb, der wirklich Heizungen baut, nimmt „Heizungsinstallateur“ dazu. Wer einmal im Jahr eine Wand fliest, lässt „Fliesenleger“ weg.

Tipp: Schau dir bei Google Maps an, welche Kategorie die Betriebe deines Gewerks in deiner Stadt nutzen, die oben stehen. Die Kategorie wird beim Anklicken eines Eintrags direkt unter dem Namen angezeigt.

Schritt 3: Einzugsgebiet statt Adresse

Google fragt, ob Kunden dich an einem Standort besuchen können. Hast du kein Ladenlokal und keine Ausstellung mit Öffnungszeiten, lautet die Antwort „Nein“. Du bist dann ein Unternehmen mit Einzugsgebiet. Deine Adresse brauchst du trotzdem für die Bestätigung, sie wird Kunden aber nicht angezeigt. Google verlangt das sogar ausdrücklich: Wer an der Geschäftsadresse keine Kunden empfängt, soll die Adresse aus dem Profil entfernen.

Laut der Google-Hilfe zum Einzugsgebiet sind höchstens 20 Gebiete erlaubt, und das gesamte Gebiet sollte nicht weiter als etwa zwei Autostunden von deinem Standort reichen. Für einen Kölner Betrieb heißt das: Köln, die Nachbarstädte, in denen du wirklich arbeitest, fertig. „Ganz NRW“ hilft dir nicht. Das Einzugsgebiet beeinflusst nach allgemeiner Erfahrung kaum, wo du in der Karte erscheinst. Es zeigt Kunden, ob du zu ihnen kommst.

Schritt 4 und 5: Kontaktdaten eintragen und das Profil bestätigen

Schritt 4: Telefon, Website und Öffnungszeiten

Trag eine Telefonnummer ein, unter der tagsüber wirklich jemand rangeht, oder eine, die auf eine Mailbox mit Rückrufversprechen führt. Bei der Website verlinkst du die Startseite oder, wenn du nur ein Gewerk anbietest, die passende Leistungsseite. Öffnungszeiten sind bei Handwerkern die Zeiten, in denen du erreichbar bist.

Wichtig ist, dass Name, Adresse und Telefonnummer hier exakt so geschrieben sind wie auf deiner Website und im Impressum deiner Handwerker-Website. Abweichungen wie „Str.“ hier und „Straße“ dort sind kein Drama, aber zwei verschiedene Telefonnummern sind eines.

Schritt 5: Bestätigen, heute meistens per Video

Erst ein bestätigtes Profil wird zuverlässig angezeigt und lässt sich vollständig bearbeiten. Google bietet je nach Betrieb verschiedene Wege an: Telefon oder SMS, E-Mail, Live-Videoanruf, Videoaufzeichnung oder Postkarte. Welche Methoden du bekommst, legt Google fest, nicht du. Bei neuen Profilen ist das in den letzten Jahren sehr oft die Videoaufzeichnung.

Laut Google-Hilfe zur Bestätigung zeigst du im Video drei Dinge:

  1. Den Standort: Straßenschild, Hausnummer, Nachbarhäuser oder die Umgebung deines Betriebs.
  2. Das Unternehmen: Werkzeug, Material, Geräte, am besten dein beschriftetes Firmenfahrzeug.
  3. Dass du der Inhaber bist: zum Beispiel, wie du die Werkstatt oder das Büro aufschließt.

Dreh das Video am Stück, ohne Schnitt, bei Tageslicht. Google nennt für die Prüfung bis zu fünf Arbeitstage, in seltenen Fällen länger. Wird das Video abgelehnt, liegt es fast immer daran, dass der Ort nicht eindeutig zu erkennen war oder kein Bezug zum Gewerk zu sehen ist. Dann gleich noch einmal drehen und dabei mehr zeigen, nicht weniger.

Arbeitest du von zu Hause aus, filmst du dein Haus, die Straße und das Fahrzeug mit Werkzeug. Dein Wohnhaus taucht im Profil trotzdem nicht auf, solange du in Schritt 3 die Adresse ausgeblendet hast.

Schritt 6 und 7: Leistungen, Beschreibung, Fotos und Beiträge

Schritt 6: Leistungen und Beschreibung ausfüllen

Unter „Leistungen“ schlägt Google passend zur Kategorie Einträge vor. Übernimm die, die stimmen, und ergänze eigene. Schreib sie so, wie Kunden suchen: „Altbau-Elektrik erneuern“, „Wallbox installieren“, „Dachrinne reparieren“. Zu jeder Leistung kannst du eine kurze Beschreibung hinterlegen. Nutze das, die meisten Mitbewerber tun es nicht.

Für die Unternehmensbeschreibung hast du bis zu 750 Zeichen. Schreib rein, was du machst, für wen, wo, und was dich unterscheidet: Meisterbetrieb, Familienbetrieb in zweiter Generation, feste Ansprechpartner. Keine Links, keine Preise im Werbeton, keine Wiederholung von Suchwörtern.

Schritt 7: Fotos hochladen und Beiträge nutzen

Fotos sind der Teil des Profils, den Kunden sich am längsten ansehen. Google selbst nennt das Hinzufügen von Fotos als eine der Maßnahmen, die dein lokales Ranking verbessern können. Lade auf:

  • ein Logo und ein Titelbild,
  • Fotos vom beschrifteten Fahrzeug und vom Team,
  • Vorher-nachher-Bilder fertiger Aufträge,
  • Bilder aus der Werkstatt oder dem Lager.

Achte bei Kundenbaustellen darauf, dass keine Hausnummern, Gesichter oder Autokennzeichen zu erkennen sind, und frag vorher, ob du das Ergebnis zeigen darfst.

Beiträge (bei Google „Neuigkeiten“ oder „Updates“) sind kurze Meldungen mit Bild, die im Profil erscheinen: eine fertige Dachsanierung in Porz, ein neuer Mitarbeiter, Termine für den Winter. Ob Beiträge das Ranking direkt verbessern, sagt Google nicht. Sie zeigen aber jedem, der dein Profil öffnet, dass der Betrieb lebt. Einmal im Monat reicht. Das lässt sich schlecht nachholen, wenn man es ein halbes Jahr vergessen hat, also lieber feste Gewohnheit: nach jedem schönen Auftrag ein Foto und zwei Sätze.

Schritt 8: Google Bewertungen bekommen und beantworten

Ein Profil ohne Bewertungen sieht aus wie eine Baustelle ohne Schild. Die gute Nachricht: Zufriedene Kunden schreiben gern eine Bewertung, wenn man sie fragt und es ihnen leicht macht. Fragen ist ausdrücklich erlaubt. Google bietet dafür im Profil einen eigenen Link und einen QR-Code zum Anfordern von Rezensionen an.

So fragst du, ohne zu nerven

  1. Frag direkt bei der Abnahme, wenn der Kunde zufrieden vor der fertigen Arbeit steht. Das ist der beste Zeitpunkt.
  2. Schick den Bewertungslink am selben Tag per SMS, WhatsApp oder E-Mail hinterher, mit einem Satz Dank.
  3. Druck den QR-Code auf die Rechnung oder auf eine Karte, die du nach dem Auftrag dalässt.

Was verboten ist

Googles Richtlinien für Beiträge verbieten Anreize für Bewertungen: Geld, Rabatte, kostenlose Leistungen oder Produkte. Ebenfalls untersagt ist es, gezielt nur die zufriedenen Kunden um eine positive Bewertung zu bitten oder negative zu verhindern. „Fünf Prozent Rabatt für fünf Sterne“ ist also doppelt falsch. Gekaufte oder selbst geschriebene Bewertungen löscht Google, und wettbewerbsrechtlich können sie zusätzlich Ärger machen.

Auf jede Bewertung antworten

Google nennt das Antworten auf Rezensionen ausdrücklich als Maßnahme für bessere Sichtbarkeit. Bei positiven Bewertungen reichen zwei Sätze, gern mit Bezug auf den Auftrag. Bei negativen gilt: sachlich bleiben, keine Kundendaten nennen, eigene Fehler zugeben, eine Lösung anbieten. Diese Antwort liest später jeder, der dich findet. Der verärgerte Kunde ist nur der erste.

Wie Bewertungen, Website und Profil zusammenspielen, damit daraus tatsächlich Anfragen werden, steht im Ratgeber lokales SEO für Handwerker.

Typische Fehler beim Google Business Profil

  • Suchwörter im Namen. Bringt kurzfristig manchmal etwas, bis jemand den Eintrag meldet. Dann ist das Profil im schlimmsten Fall weg, mit allen Bewertungen.
  • Privatadresse sichtbar. Wer vergisst, die Adresse auszublenden, hat bald Kunden vor der Wohnungstür und verstößt nebenbei gegen die Google-Richtlinien.
  • Ein Profil je Stadtteil. Ein Betrieb mit einem Standort bekommt ein Profil. Zusätzliche Profile an Adressen, an denen niemand arbeitet, sind nicht erlaubt.
  • Falsche Hauptkategorie. Ein Tischler, der als „Möbelgeschäft“ eingetragen ist, taucht bei „Tischler Köln“ schlechter auf.
  • Einrichten und vergessen. Alte Öffnungszeiten, keine Antworten auf Bewertungen, das letzte Foto von 2023. Das Profil ist kein Formular, das man einmal ausfüllt.
  • Fremdes Konto. Lässt du das Profil von jemandem anlegen, achte darauf, dass du selbst Inhaber bleibst und der Dienstleister nur Verwalter ist. Sonst hängt dein Eintrag an dessen Konto.

Profil und Website: Warum du beides brauchst

Das Profil ist die Visitenkarte in der Karte, die Website ist das Gespräch danach. Viele Kunden klicken vom Profil auf deine Seite, um Referenzen, Leistungen und Ansprechpartner zu sehen, bevor sie anrufen. Landen sie dort auf einer Seite, die auf dem Handy nicht lesbar ist, war der gute Eindruck aus dem Profil verschenkt.

Google gleicht außerdem ab, ob die Angaben im Profil zu dem passen, was auf deiner Website steht. Eine eigene Seite je Leistung hilft dabei. Wie so etwas für einzelne Gewerke aussehen kann, zeigen die Seiten für Maler in Köln, Elektriker in Köln und Dachdecker in Köln. Woran eine gute Handwerker-Seite sonst zu erkennen ist, steht in neun Bausteine guter Handwerker-Websites.

Selbst machen oder abgeben?

Ehrlich: Ein Google Unternehmensprofil einrichten kannst du selbst. Die acht Schritte oben sind kein Hexenwerk, und niemand kennt deinen Betrieb besser als du. Die Arbeit steckt in der Pflege: Fotos, Beiträge, Antworten auf Bewertungen, Monat für Monat.

Wenn du das nicht willst, gibt es Leute, die es für dich erledigen. Ich bin einer davon. Im Paket Handwerker Pro richte ich das Profil zusammen mit der Website ein und pflege es, die Sichtbarkeitsflat übernimmt danach Beiträge und Pflege laufend. Was das kostet, steht offen auf der Preisseite. Zur Einordnung: Mein eigenes Unternehmensprofil ist noch jung. Ich verspreche dir also keine Plätze in der Karte, sondern ein sauber eingerichtetes Profil nach den Regeln oben. Was eine Handwerker-Website insgesamt kostet, hat ein eigener Ratgeber zu den Kosten. Fragen zu deinem Fall stellst du am einfachsten über das Kontaktformular.

Was dazu oft gefragt wird.

Was kostet ein Google Unternehmensprofil?

Nichts. Das Profil ist bei Google kostenlos. Geld kostet höchstens die Zeit für Fotos, Beiträge und Antworten auf Bewertungen, oder ein Dienstleister, der das für dich übernimmt.

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Ich baue Websites für Handwerksbetriebe und Vereine. Das Erstgespräch kostet nichts, und wenn eine neue Seite sich für dich nicht lohnt, sage ich dir das.

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